Als ich am 01.01.2014 meinen Abnehmweg mit 90 kg begann (Höchstgewicht 2009 bei 103kg), habe ich mir 65 kg als erstes großes Ziel gesetzt. Ich hatte bis dato schon 13 kg durch ein einziges Hoch und Runter verloren. Bei mir brauchte es mehrere Anläufe bis es so richtig KLICK gemacht hat. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich jemals Normalgewichtig sein würde oder mich wohl fühlen würde – aber ich dachte mir, dass 65 kg ein erreichbares Ziel wäre. Bei meiner Größe von 1,62 m war dies die obere Grenze des Normalgewichtes und da ich durch mein Übergewicht bereits die Vorstufe von Diabetes bekommen hatte wollte ich diesen Weg um jeden Preis bestreiten.

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Oft werde ich gefragt, wie ich es überhaupt geschafft habe meinen Weg zu beginnen. Ehrlich gesagt kann ich das so einfach gar nicht beantworten. Silvester 13/14 war ich gemeinsam mit meinem Freund essen. Das machen wir jedes Jahr so und eigentlich ist dies immer ein schöner Abend. In dem Jahr saß ein älterer Herr am Tisch neben uns. Dieser nahm sich das Recht heraus über andere Menschen im Restaurant lauthals zu reden. Irgendwann bin ich in seine Schusslinie geraten – er sagte, ich solle besser nur Salat essen weil ich so dick sei. Das hat mich so verletzt, dass ich schlagartig keinen Hunger mehr hatte und der Abend für mich gelaufen war.
Am nächsten Tag, den 01.01.2014 habe ich beschlossen, dass sich etwas ändern muss – dass das Leben so keinen Spaß macht und ich nie mehr solche Sprüche hören möchte. Ich musste zu Spitzenzeiten Kleidung in Größe 48 kaufen und auch wenn mein Freund mich so kennen gelernt hat, so wollte ich nie mehr so aussehen.

Ich habe direkt an diesem Tag meine Ernährung umgestellt und begonnen Sport zu machen. Ohne nachzudenken, ohne zu planen, ohne zu überlegen „Wie?“ – ich habe es einfach getan. Zunächst waren es 8 Wochen Weight Watchers und die Fitness-DVD ’30 Day Shred‘ von Jillian Michaels. Nachdem mich Weight Watchers mehr runter gezogen hat, als dass ich nennenswerten Erfolg dadurch gehabt hätte, habe ich mit Low Carb begonnen & mir noch einen Haufen weitere Fitness-DVDs zugelegt.
Anfang 2015 habe ich mich dann im Fitnessstudio angemeldet und meine Ernährung auf das Zählen von Kalorien und Makros umgestellt. Das heißt, ich zähle neben den Kilokalorien auch die Proteine, Kohlenhydrate und Fette (mehr dazu hier!).
Das mache ich auch weiterhin – trainiere 3x die Woche Kraft (Rücken & Bizeps, Brust & Trizeps, Beine & Po) und 2x die Woche Cardio. Damit habe ich – zumindest für mich – den perfekten Weg gefunden. Mittlerweile ist das Training zum festen Bestandteil meines Lebens geworden, ich gehe gerne zum Sport und finde dort meinem absoluten Ausgleich zu meinem alltäglichen Stress. Daher benötige ich auch keine Disziplin oder Motivation ins Fitnessstudio zu fahren, sondern freue mich drauf mich auszupowern. Außerdem habe ich mittlerweile eine gute Balance in meiner Ernährung. Unter der Woche esse ich gesund und clean, esse nichts Süßes und habe auch keinen Heißhunger. Am Wochenende genieße ich die Dinge auf die ich Lust habe – ich verbiete mir nichts, schlage dadurch aber auch gleichzeitig nicht über die Stränge, da ich weiß, dass das nächste Wochenende nicht weit ist & ich nichts verpasse, wenn ich nicht alles in mich reinstopfe.
Mein Stoffwechsel funktioniert dadurch sehr gut, mein Körper baut Muskeln auf und verliert gleichzeitig Körperfett. Vor kurzem habe ich eine Körperzusammensetzungsanalyse gemacht, wobei genau ermittelt wird aus wie viel Fett, Muskelmasse & co. der Körper besteht. Diese hat bei mir ergeben, dass ich ein D-Typ bin – das bedeutet, dass im Verhältnis zum Körpergewicht mehr Muskeln und weniger Fett vorhanden sind. Darauf bin ich verdammt stolz!

Und nun habe ich die 65 kg geknackt. So lange habe ich darauf hingearbeitet und viele Tränen vergossen. Viele Stillstände und Rückschläge, oft habe ich mich gefragt ob es sich überhaupt lohnt den Weg zu gehen – aber niemals habe ich daran gedacht aufzugeben! Das ist für mich nie eine Option gewesen & dadurch habe ich mein Ziel nie aus den Augen verloren. Klar habe ich auf meinem Weg auch mal eine Woche keinen Sport gemacht und mal eine Pizza zuviel gegessen, aber ich habe mich immer wieder sofort gefangen & weiter gemacht.
Ich habe mir immer gesagt, dass es sich nicht lohnt faul auf dem Sofa zu liegen und in alte Muster zu verfallen – denn übergewichtig sein hat zumindest mich nie glücklich gemacht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man sich mit so vielen Kilos zuviel wohl fühlen kann. Und  ich wollte mich gottverdammt einfach wohl fühlen & dafür hat es sich gelohnt zu kämpfen! Wenn man etwas nur fest genug möchte, dann schafft man es auch – man muss nur an sich glauben!

Nun möchten viele auch wissen, wie es für mich weiter geht – ob ich nun am „Ende“ bin oder mein Weg weitergeht. Mir war von Anfang an bewusst, dass 65 kg nicht mein Endziel sein wird denn dies ist bei meiner Größe gerade mal die oberste Grenze vom Normalgewicht & auch wenn ich deutlich Muskelmasse aufgebaut habe, habe ich immer noch genug Fettpölsterchen an Bauch, Innenschinkeln und Armen. Ich fühle mich zwar wohl & bin glücklich mit meinem Körper – aber ich gebe mich damit nicht zufrieden. Ich möchte mehr & ich möchte einmal in meinem Leben wirklich ’schlank‘ bzw. definiert sein. Dabei habe ich keine konkrete Gewichtszahl im Kopf und möchte jetzt gewiss auch keine weiteren 15kg abnehmen – sondern an meinen Problemstellen den Körperfettanteil reduzieren, sodass die Winkeärmchen der Vergangenheit angehören. Durch den Kraftsport habe ich gelernt wozu mein Körper in der Lage ist & mein Traumkörper hat nunmal keinen Rettungsring. Jeder Mensch hat einen anderen Wohlfühlkörper & es gibt Mädels die mit anderen Körpern zufrieden sind und das finde ich gut und absolut legitim. Ich bitte euch an dieser Stelle, dass ihr respektiert dass mein Weg noch weiter geht und dies hat nichts mit Magerwahn oder Essstörung zu tun – die großen Fitnessmiezen oder die Mädels die sich im Bodybuildungbereich bewegen verurteilt schließlich auch niemand. Ich denke ihr wisst alle, dass ich nie gehungert habe und stehts mein Leben genossen habe.

Meine Reise geht also weiter und ich nehme euch gerne mit!

Written by ninamarleen

8 Comments

Anne

Hallo Nina 🙂
wo hast du denn deinen Bedarf errechnet? Ich bin da immer noch etwas überfordert. Und hast du deinen Bedarf so errechnet, dass der Sport schon mit einbezogen ist oder rechnest du den Sport immer dazu?
Liebe Grüße,
Anne

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ninamarleen

ja ich tracke auch am Wochenende. Warum sollte ich den kcal-Bedarf am WE erhöhen? Es ist ein Tag wie jeder andere 😉

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Julia

Hallo Nina ?
Ich hätte auch nochmal eine Frage zum Thema „Bedarf“ – hast du mit dem Kalorienrechner deine Kalorien berechnet für deinen Alltag ohne Sport und zählst du dann deine kcal die du beim Sport verbrannt hast und die du durch deine Polaruhr ja verfolgen kannst dazu ? Oder hast du in deine Berechnung den Sport direkt mit einbezogen und addierst die Werte vom Training nicht noch extra individuell dazu? Habe mir nämlich jetzt auch endlich die Polar M400 gekauft und frage mich wie ich das geschickt mache mit dem Verbrauch vom Training..
Würd mich über eine Antwort freuen!!
Liebe Grüße
Julia

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ninamarleen

Ich kenne meinen Gesamtumsatz durch die Berechnung & addiere meine Sportkalorien zu dem Gesamtumsatz dazu und esse dann davon 80% – steht aber auch alles im entsprechenden Artikel: Kaloriendefizit!

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Flo

Alleine für die ganzen Rezepte hättest du schon einen Orden verdient. Sind diese aus Eigenkreation entstanden?

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