Wie ihr vielleicht auf Instagram oder Snapchat mitbekommen habt, geht es für mich seit 2006 jedes Jahr zum Hurricane Festival. Da dieses Jahr direkt 1 1/2 Wochen nach dem Festival meine mündliche Abschlussprüfung anstand, fiel das ‚übliche‘ Festivalwochenende mit Campen, wenig Schlaf und viel Bier ins Wasser. Bislang gehörte es für mich jeden Sommer dazu zwischen tausenden Menschen im Schlamm Party zu machen und Bands zu feiern. Mein Herz war sehr wehmütig und dann flatterte plötzlich die Einladung von fkp scorpio in meinen Postkasten, ob ich Lust hätte als Foodblogger die Essensmöglichkeiten auf dem Festival unter die Lupe zu nehmen. Ich habe mich zwar dazu entschieden zu pendeln & nicht vor Ort auf dem Acker zu schlafen, aber trotzdem konnte ich dabei sein

In diesem Jahr hatte das Hurricane Festival sein Food-Angebot erweitert, für jeden sollte etwas dabei sein: Pizza, Burger, Handbrot, Döner, veganes Essen, Falafel, Nudeln, mexikanisches Essen, polnisches Essen, Smoothies, Eis, Cupcakes, Pommes am Stiel, Thai Wok und und und…

Food

 

Vorab: jeder von uns kennt das Seepferdchen. Meist macht man das Abzeichen schon im Kindergartenalter: vom Beckenrand springen, 25m schwimmen und mit den Händen etwas vom Beckenboden heraufholen. Wer das nicht konnte, der war auf dem Hurricane ganz klar aufgeschmissen. 120 Hektoliter Regenfälle, riesig große Regenpfützen die einem See glichen und Matsch wohin das Auge sah – nicht dass mich das nach 15 besuchten Festivals in irgendeiner Art und Weise noch schocken würde, aber ich war doch froh, dass ich die Nächte im heimischen Bett verbrachte.

Am Freitag bei strahlendem Sonnenschein und 26 Grad machten wir, mein Freund und ich, uns gegen Mittag auf den Weg nach Scheeßel. Dort holten wir zunächst unsere Presse-Bändchen ab und fuhren dann Richtung Festivalgelände. Am Donnerstagabend kam es bereits zu Unwetter und starken Regenfällen auf dem Zeltplatz und so waren bereits viele Wege schon völlig verschlammt. Aber mutig wie ich bin habe ich mich mit Chucks aufs Festivalgelände gewagt.

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Ja, da gab es tatsächlich noch Rasen – ich hab den Platz kaum wiedererkannt. Wir waren so früh dran, dass noch keine Band spielte & so haben wir bei dem schönen Wetter erstmal das Festival mit einem Eis von Quarkerei eingeleitet. Das ist Frozen Quark, den man sich mit jeglichen Toppings erweitern kann – frische Erdbeeren, Bananen, Heidelbeeren, Himbeeren, die verschiedensten Saucen, Schokostreusel, Zuckerstreusel, Haselnusskrokant, Oreos, weiße Schokolade – keine Wünsche werden offen gelassen.

Frozen Quark

Dann gingen endlich die Konzerte los und wir haben uns Zebrahead und Royal Republic angesehen. Beides tolle Bands, die ich schon in den vergangenen Jahren auf dem Hurricane Festival gesehen habe & die live immer eine sehr gute Stimmung machen.

Das Wetter hat sich dann Stück für Stück zugezogen & so langsam hat uns dann der Hunger überkommen und wir haben uns an einem Stand einen Flammkuchen gekauft?Dann die Durchsage: das Festivalgelände wird evakuiert, eine Unwetterwarnung lag vor & alle sollten sich zum Auto begeben. Da sitzt man dann um 18 Uhr im Auto, es regnet wie aus Eimern und man weiß mit seiner Zeit nichts anzufangen. Jedenfalls nicht, wenn man mit dem Auto da ist & keinen Alkohol trinkt. Die Menschen um uns rum wussten auf jeden Fall wie man aus einer Situation das Beste macht und alle haben in ihren Autos weitergefeiert.

Flammkuchen

Um ca. 21 Uhr ging es dann weiter mit ‚the Hives‘, ‚Annenmaykantereit‘, ‚Turbostaat‘, im Anschluss noch ‚Dropkick Murphys‘. Da sich durch das Unwetter alles etwas nach hinten verzögerte mussten wir knapp 1 Stunde auf unser Highlight warten: Rammstein. Ich war früher nie großer Rammsteinfan, bis ich sie 2013 auf dem Hurricane Festival gesehen habe – live sind sie wirklich top & machen eine geile Show. Um unsere Wartezeit zu überbrücken gab es einen Pulled Pork Burger von Rolling Taste. Pulled Pork ist Schweinefleisch, das bei niedrigen Temperaturen gegart wird. Ich hab es vorher noch nie gegessen & muss sagen, dass es wirklich ein Geschmackserlebnis war. Selten etwas sooooo gutes gegessen und ich bin sonst definitiv kein Schweinefleischfan! Mein Handyfoto ist eigentlich eine Beleidigung für dieses Gedicht..

Pulled Pork Buger

Nach dem Auftritt vom Rammstein ging es für uns auf direktem Weg nach Hause ins Bett. Meine Fitbit sagte mir: 25.000 Schritte, 16,5km und 3100 verbrannte Kalorien.

Am Samstag haben wir erst mal ausgeschlafen, da so ein einzelner Festivaltag schon direkt total in die Knochen geht – außerdem gab es am frühen Nachmittag keine Bands die uns groß interessiert hätten – daher konnten wir entspannt in den Tag starten.
Um 12 Uhr dann die Nachricht auf dem Handy: durch starke Regenfälle und Unwetterwarnungen wird der Einlass auf 15 Uhr verschoben. Okay, hätten wir eh nicht geschafft.
Um 15 Uhr die Nachricht: kein Einlass vor 18 Uhr! Na toll.. unsere Stimmung war etwas geknickt und so verbrachten wir den Tag erst mal auf dem Sofa und warteten, dass der Regen vorbei zog. Besonders vielversprechend sah der Himmel und der Regenradar aber nicht aus (ich bin ein kleiner Monk, der ständig den Regenradar im Blick hat – selbst auf dem Weg von zuhause ins Fitnessstudio).
Dann war es 17 Uhr und die Nachricht kam: durch die großen Wassermassen war das Festivalgelände derart stark beschädigt, dass zunächst Aufräumarbeiten stattfinden mussten – das THW aus Bremen rückte an, um das Wasser abzupumpen und es wurde Stroh ausgelegt. Der Einlass wurde auf 20 Uhr verschoben.
Nachdem wir dann geschätzte 937485964 mal hin und her überlegt haben, ob es sich noch lohnt zum Hurricane zu fahren, haben wir uns dann um 19:30 fertig gemacht & sind ins Auto gehüpft. Am Abend sollten ‚the Offspring‘ spielen und so eine legendäre Band von früher wollten wir einfach nicht verpassen.
20 Uhr, wir sind gerade auf die Autobahn gefahren – die Nachricht: leider musste der Einlass auf 21 Uhr verschoben werden, da die Arbeiten länger andauern als erwartet – aber der Auftritt von ‚the Offspring‘ sollte planmäßig stattfinden.
Um Punkt 21 Uhr sind wir am Festivalgelände angekommen und suchten noch einen Parkplatz, von dem wir nachts auch ohne Hilfe wieder nach Hause kommen, also ohne festfahren, versinken & ohne Rettungsaktion vom Traktor. Dann die Durchsage: das Festivalgelände wird nicht mehr eröffnen. Die Organisatoren schaffen es nicht den Platz trocken zu legen und die Wassermassen rechtzeitig zu entfernen. Also wieder ab nach Hause!

Am Sonntag sah das Wetter dann besser aus – Sonnenschein beim Aufstehen, ein paar vereinzelte Wolken aber eine Regenwahrscheinlichkeit von lediglich 10%. Also ging es für uns wieder zum Hurricane..

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Wie man unschwer erkennen kann, ist von dem schönen Rasen nicht mehr viel übrig geblieben. Den Menschen vor Ort merkte man von dem ganzen Chaos am vorherigen Tag aber nichts an – die Stimmung war gut, die Leute hatten Lust zu feiern und freuten sich auf den 3. und letzten Festivaltag. Ich selbst habe noch kein Festival ohne Regen oder Unwetter erlebt, beim Hurricane Festival ist man das also schon gewohnt. Die Leute waren regelrecht drauf vorbereitet und hatten vorrausschauend Angeln, aufblasbare Badetiere und Schlauchbote dabei. Verrücke Menschheit ?

 

Ich startete zum Frühstück direkt mit einem Handbrot. Ich habe es vorher nie geschafft ein Handbrot zu probieren und war einfach SO gespannt darauf, da es ja regelrecht zum Food-Hype geworden ist. Und ich kann euch sagen: OH MEIN GOTT – es ist so verdammt lecker. In Kombination mit geschmolzenem Käse und Champignons ist es für mich wirklich absoluter Foodporn. Wenn jemand ein geiles Rezept hat, um Handbrot zuhause zu machen, der darf es gerne unten in die Kommentare packen!

Spätzle

Im Anschluss probierten mein Freund und ich uns durch das halbe Food-Angebot: es gab frische selbstgemachte Käsespätzle, Quesadillas (etwas unspektakulär) Pommes pervers – das sind Pommes mit Topping, wir hatten Chili Cheese – ziemlich geil aber auch gewöhnungsbedürftig & einen Lachs-Döner: nach der Meinung meines Freundes war das das Beste was er je gegessen hat – da der Döner mit Senfsauce war (und wer mich kennt weiß, dass man mich mit Senf jagen kann) musste ich leider geschmacklich passen.

Natürlich waren wir nicht nur zum Essen dort, sondern haben auch Bands gesehen: ‚X Ambassadors‘, ‚the Subways‘, ‚Tom Odell‘, ‚Bosse‘, ‚James Bay‘, ‚Two Door Cinema Club‘ und ‚Bloc Party‘.

Burger

Am Abend gab es dann für uns einen Burger von Burgerkultur. Also ich habe schon viele Burger gegessen, viel selber gemacht & würde mich selber auch fast als Burgerexperte bezeichnen. Aber dieser Burger toppt alles – darin hätte ich baden können. Ich weiß nicht, was diesen Burger so besonders gemacht hat – aber ich würde die Zeit gerne zurück drehen und diesen Burger noch mal verdrücken. Burgerkultur sind auch regelmäßig bei Street Food Festivals, wenn ihr also mal die Gelegenheit habt einen Burger von denen zu kosten, dann solltet ihr das unbedingt tun!

Bier

Und dann spielte unser absolutes Festivalhighlight: Deichkind! Ich habe sie zwar schon bestimmt fünf mal gesehen, aber die Party ist jedes mal legendär. Ich bin ehrlich: mit viel Alkohol ist die Party deutlich besser, aber so war es auch ziemlich gut ?
Wir hatten einen ziemlich guten Platz, da wir durch die Pressebänder relativ weit nach vorne konnten & hatten so eine top Sicht.

Danach haben wir noch kurz Mumford & Sons gesehen, die ich persönlich aber sehr enttäuschend fand. Deswegen haben wir uns dann auch entschieden uns auf den Rückweg zu machen bevor 70.000 Menschen die Heimreise antreten und es wieder zu stundenlangen Staus kommt. Ich habe mir noch ’ne Tüte Süßkartoffelpommes geschnappt und genüsslich im Auto verspeist.

Süßkartoffelpommes

Jetzt, drei Wochen nach dem Hurricane Festival bin ich ein bisschen traurig, dass ich „nur“ als Pendler dort war & die große Party auf dem Zeltgelände verpasst habe – ich bin aber auch mehr als froh, dass ich zuhause geschlafen habe & nicht vor Ort abgesoffen bin.

Essenstechnisch bin ich immer noch völlig überwältigt von der Vielfältigkeit auf dem Festival – es ist wirklich für JEDEN etwas dabei & selbst Veganer kommen immer mehr auf ihre Kosten. Früher hat man sich zig Dosen Ravioli eingepackt um irgendwie über das Wochenende zu kommen – bei meinem ersten Hurricane gab es Pizza, Pommes, Bratwurst, Döner. Und jetzt 10 Jahre später ist das Hurricane neben einem Musikfestival auch ein kleines Street Food Festival geworden. Die Organisation war top – dafür, dass ein absolutes Wetterchaos herrschte, lief trotzdem alles soweit reibungslos ab (soweit es halt reibungslos laufen kann – nicht alles hat man eben in der eigenen Macht). Bands top, Essen lecker, Sanitäranlagen sauber, Bier schmeckte auch ?

An dieser Stelle auch noch mal ein dickes DANKESCHÖN an das Team von fkp scorpio & an Dario, der es mir ermöglicht hat, dass ich das Hurricane Festival mal von einer anderen Seite betrachten konnte.

2017 komme ich natürlich wieder – hoffentlich mit besserem Wetter & dann auch wieder mit allem drum und dran: Zeltgelände, Schlafen auf dem Acker, Essen im Campingstuhl und Dosenbier. Gerne teste ich aber auch wieder die Foodstände – es gibt sicher immer etwas neues zu entdecken!

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*dieser Artikel erfolgte in Zusammenarbeit mit der FKP Scorpio GmbH

Written by ninamarleen

5 Comments

Franzi

Ich bin seit 2010 beim Hurricane dabei und war ziemlich traurig, dass ich es dieses Jahr nicht geschafft habe hinzufahren. Daher danke für diesen schönen Einblick. 🙂

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Nicole

1/1: Foto von LinkinParkFan
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Zutaten
125 g Mehl
1/4 Würfel Hefe
80 ml Wasser, lauwarm
40 g Pizzakäse oder Gouda, gerieben
30 g Kochschinken
50 g Sour Cream
1/4 Dose Champignons, geschnitten
Salz und Pfeffer

Zubereitung

Das Mehl abwiegen und etwas Salz dazugeben. Eine kleine Mulde in das Mehl drücken und die Hefe hineinbröckeln. Lauwarmes Wasser dazugeben und den Vorteig 10 Min. ruhen lassen

Den Teig gut durchkneten und an einem warmen Ort 2 Std. 50 Min.gehen lassen.

Den Ofen auf 250 °C (Umluft) vorheizen.

Den Teig in 2 gleiche Hälften teilen. Die Hälften länglich ausrollen (Breite: ca. 20 cm). Eine Hälfte mit Käse, Schinken oder Champignons belegen. Die andere Hälfte des Teigs auf die Füllung legen und Ränder zusammendrücken. Die Stellen, an denen die Brote getrennt werden sollen eindrücken. Das Brot mit Mehl bestäuben und bei 250 °C 30 – 40 Min. backen.

1 EL Sour Cream auf jedes Brot geben

(von chefkoch.de- hab ich aber schon nachgemacht und würd mich selbst heiraten 😀 schmeckt 1:1 so wie aufm Festival. Ich liebe das so!)

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Sandra

Ganz toller Artikel! Ich war selbst auf dem Hurricane dieses Jahr und war auch völlig überwältigt von den ganzen Foodständen. Bei deinen tollen Bildern und dem Beitrag freue ich mich jetzt noch mehr auf 2017.

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Kerstin

Wirklich toller Artikel 🙂 Freue mich jetzt schon auf das nächste Festival ?

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