foto-29-09-16-23-38-37

Eine Woche ist nun seit dem Tough Mudder in Süddeutschland vergangen und ich bin immer noch völlig geflashed von diesem Erlebnis.
Wieso ich immer noch so überwältigt bin? Weil ich an diesem Tag geschätzte 937492x über mich selbst hinaus gewachsen bin, einfach alles gegeben habe, Dinge geschafft habe die ich mir selbst niemals zugetraut hätte und dem Schweinehund sowas von in den Hintern getreten habe.

Was ist der ‚Tough Mudder‘ überhaupt? Bevor ich euch von dem Event berichte, möchte ich euch erst einmal erklären, was ihr euch unter dem ‚Tough Mudder‘ überhaupt vorstellen könnt. Dies ist ein Extrem-Hindernislauf über ca. 18km mit 20 Hindernissen durch Schlamm, über Heuballen und Holzwände, durch Eiswasser, unter Stacheldraht hindurch und sogar Stromschläge gibt es. Mindestens einmal wird man im Vorfeld von seinen Mitmenschen gefragt:“wieso um Himmels Willen tut man sich DAS an?“. Und ja, das habe ich mich selbst auch mehr als ein Mal gefragt.
Sinn des Ganzen ist nicht als erster ins Ziel zu kommen oder eine Bestzeit zu laufen, sondern die mentale und körperliche Stärke zu testen sowie den gemeinsamen Teamgeist und die Ausdauer zu stärken. Es gibt keinen Gewinner, kein Siegertreppchen, alle sind gleich! Es geht darum die Hindernisse im Team zu bewältigen, sich gegenseitig zu stärken und vor allem viel Spaß dabei zu haben ?

foto-29-09-16-23-42-05

 

Ich muss ehrlich sagen, dass mich der Tough Mudder schon immer sehr gereizt hat. In Norddeutschland gibt es im Juli auch eine Ausgabe des Tough Mudder – leider konnte ich da nicht teilnehmen, da ich zu der Zeit im absoluten Uni-Prüfungsstress steckte. Umso glücklicher war ich, als mein Handy klingelte und eine Nachricht von meinem allerliebsten Buddy Marie ? (@fitmedmary) auf mich wartete:“Hey Liebes, kannst du dir vorstellen in EINER Woche den Tough Mudder zu laufen?“ – meine Antwort: „äääääh – warum?“
Tja, und da wir scheinbar mittelschwer wahnsinnig sind habe ich zugesagt und bin zusammen mit meinem Marie an den Start gegangen. Ich wusste, dass mit ihr an meiner Seite der Tough Mudder nur großartig werden konnte – auch wenn wir nur dezent Schiss hatten. Wenn ihr mehr über das Event, unsere Anreise und ein paar witzige Anekdoten drumrum erfahren möchtet, dann checkt auf jedenfall mal den Artikel von Marie aus (www.fitmedmary.de Wir hatten sogar die Möglichkeit jeweils ein Ticket an unsere Abonnenten zu verlosen und so gingen Julia (@juli_run) und Lisa (@gymtastik) mit uns an den Start. Wir 4 harmonierten von Anfang super zusammen und so war die Vorfreude auf den Lauf noch viel größer. Und nein, die Farbe war eigentlich nicht abgesprochen ?

Am Tag des Laufes trafen wir uns morgens um 08:00 am Pressezelt mit den zwei Mädels und auch ein paar Freunde von mir sind noch dazu gestoßen. Außerdem haben wir noch 2 Jungs über Instagram aufgegabelt, die schon erfahrene Tough Mudderer waren und nicht alleine laufen wollten, sodass wir am Ende ganze 11 Leute im Team waren. Unseren Start um 09 Uhr haben wir natürlich gekonnt vermasselt, da wir unbedingt noch ein Gruppenbild „ohne Schlamm und Dreck“ machen wollten.

foto-29-09-16-23-47-57

Leider sind auf diesem Bild nur 9 von 11 Leute aus dem Team – aber ich finde man erkennt mehr als deutlich wie heiß wir auf das Rennen waren & wie viel Schiss wir hatten ?
Um 09:20 Uhr ging es in – bevor es an die Startlinie geht – in die Aufwärmzone. Dort wird von einem Trainer richtig eingeheizt, man macht Jumping Jacks, Liegestütze, Squats, Seitwärtsrollen usw. Das Ganze auf nassem und kaltem Rasen bei 9 Grad Außentemperatur. Etwas befremdlich, keiner wollte sich so richtig schmutzig machen ? darüber konnte man eine Stunde später nur lachen.
Um einen herum stehend hundert Gleichgesinnte, die voller Adrenalin sind und Einer ist verschiedener als der Andere. Egal ob das zierliche dünne Mädchen, der klassische Bauarbeiter mit Bierbauch, der durchtrainierte Sportler oder die Hausfrau von nebenan.

Dann geht es an die Startlinie. Bevor man jedoch starten kann, muss noch das Tough Mudder Gelöbnis abgelegt werden:

Ich weiß, dass Tough Mudder kein Rennen ist, sondern eine Herausforderung.
Ich gebe Teamwork und Teamgeist Vorrang vor meiner Streckenzeit.
Ich jammer nicht – jammern ist etwas für Kinder.
Ich helfe meinen Mudder-Kollegen die Strecke zu bewältigen.
Ich werde alle Ängste überwinden.

Das ist ein absoluter Gänsehaut-Moment. Man kann das Gefühl schwer beschrieben – aber jeder der schon mal an der Startlinie beim Tough Mudder stand, der weiß wovon ich spreche!

foto-30-09-16-00-12-45

Dann geht es endlich los: 18km Hindernissparkour liegen vor uns! Zunächst ist die Strecke recht unspektakulär. Man läuft durch den Wald und wartet darauf, dass etwas passiert. Nach dem ersten Kilometer kommen ein paar kleine Heuballen, über die man klettern muss. Ein Kinderspiel ?
Dann geht es weiter – über Stock und Stein, Berg hoch und runter. Nach dem zweiten Kilometer kommt ‚the Hangover‘ – ebenfalls noch relativ kleine Holzwände, die man am besten mithilfe seines Teamkollegen und der Räuberleiter überwindet. Auch bis hier hin noch völlig unspektakulär. Dann kommen 3 Kilometer reine Laufstrecke. Für jemanden der wirklich selten laufen geht oder keine Ausdauer besitzt, der kommt hier zum ersten Mal an seine Grenzen. Bei Kilometer 5 dachte ich „ach, nach knapp 1/3 der Strecke bin ich immer noch trocken – ist ja doch nicht so schlimm“. Tja – zu früh gefreut. Denn dann kam „Kiss of Mud 2.0“. Wer bei der Bundeswehr ist, der kommt hier auf seine Kosten. Man muss mehr oder weniger elegant unter Stacheldraht durch den Schlamm robben. Ich hab hier noch versucht halbwegs sauber oder vielmehr trocken zu bleiben & bei der letzten „Kuhle“ bin ich mit beiden Füßen abgerutscht und voll im Wasser gelandet ?

foto-29-09-16-23-43-13
Ganz nach dem Motto: ‚ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert‘ war dann auch jedes Schlammloch scheiß egal und wurde mit Schwung mitgenommen.

Als nächstes kam der sogenannte „Birth Canal“ – das ist eine Plane voll Wasser auf einem Balkenkonstrukt, wobei die Plane bis fast zum Boden durchhängt. Die Aufgabe: irgendwie drunter durch quetschen und heile am anderen Ende ankommen. Das ist schon echt eine körperliche Herausforderung und wer nach „Kiss of Mud 2.0“ noch halbwegs sauber war, der war es spätestens jetzt definitiv nicht mehr.

Danach kommen zwischen Kilometer 7 und 8 noch zwei kleine Hindernisse – einmal „Holz vor der Hütte“, bei dem man einen Baumstamm über eine gewisse Strecke tragen muss sowie „Feuchtgebiet“ – das erklärt sich eigentlich von selbst: Schlamm, Matsch, Dreck, Wasser – schnell durch & weiter.
Auf der Hälfte der Strecke kommt „Berlin Walls“ – das sind zwei Wände mit ca. 3m Höhe die es zu überwinden gilt. Ich mit meiner Höhenangst habe an dieser Stelle komischerweise überhaupt nicht nachgedacht, sondern bin direkt drauf los. Räuberleiter, über die Schulter klettern, hochziehen und an der anderen Seite runter. Hier wird das Team absolut auf die Probe gestellt und es zeigt sich, wer wirklich zusammen hält und sich gegenseitig hilft.

foto-30-09-16-00-38-25

Hier seht ihr unser ganzes Team mit all den 11 Granaten nach dem Hindernis „Berlin Walls“ ?

Bis Kilometer 11 kommen also recht wenig Hindernisse, nur 6 von 20 Stück. Das heißt man muss schon recht viel Laufen zu Beginn – also ist es sinnvoll nicht direkt mit einer Packe von 4 loszulaufen (d.h. einen Kilometer in 4 Minuten), sondern seine Energie besser zu sparen und langsam zu starten. Man braucht seine Energie am Ende definitiv!
Anschließend kommt das Hindernis „Cage Crawl“ – das ist ein Becken voll mit dreckigen kalten Wasser und auf diesem Becken liegen Bauzäune. Man muss sich auf dem Rücken und rückwärts an diesem Zaun entlang hangeln. Dabei ist zwischen Wasser und Bauzaun gerade mal ein paar Zentimeter Platz, sodass lediglich die Augen, Nase und Mund aus dem Wasser schauen – die Ohren sind unter Wasser und man hört daher nichts. Man muss sich langsam durch dieses Hindernis arbeiten, da man sonst schnell Wasser schluckt. Ich habe für gewöhnlich keine Platzangst, aber hier hatte ich das erste Mal wirklich zu kämpfen. Du hörst nichts, du weißt nicht wie weit du noch musst, du weißt nicht was sich links und rechts von dir tut da du den Kopf nur gerade halten kannst, du bist komplett nass und ständig schwappt dir Wasser ins Gesicht. Aber das Gefühl danach ist geil: du hast dich selbst überwunden, bist über deinen Schatten gesprungen, hast die Angst besiegt und am Ende steht dein Team und freut sich und jubelt! ?

14500718_777879118982044_1644652740633299721_o

Weiter geht es zum „King of the Swingers“ – wer im Schwimmbad auf die Sprungtürme steht, der sollte hier keine Schwierigkeiten haben. Von einem ca. 3,5m hohen Sprungbrett muss man an eine Stange springen und mit dieser Stange möglichst weit schwingen um am Ende des „Fluges“ eine Glocke berühren und anschließend ins Wasser plumpsen. Als ich zum ersten Sprung angesetzt habe, habe ich kurz vor dem Absprung einen Rückzieher gemacht und die Person nach mir vorgelassen. Ich hab echt absolute Höhenangst und ich springe nicht mal vom 3m Brett im Schwimmbad. Beim zweiten Anlauf habe ich dann aber meinen Schweinehund überwunden und bin an die Stange gesprungen. Nur die wenigstens schaffen es hier an die Glocke und wer über 1,80m groß ist, ist klar im Vorteil. Ich bin 1,62 – ob ich die Glocke berührt habe beantwortet sich wohl von selbst ?

14435146_777208749049081_1393990517244262234_o

Danach kam Endgegner Nr. 1 – das Eisbecken, auch „Arctic Enema 2.0“ genannt. Dort wird quasi minütlich Eis nachgekippt, sodass auf der Wasseroberfläche alles voller Eiswürfel ist. Durch eine Rutsche gelangt man ins Wasser – man hat also keine Chance irgendwie dem Eis zu entkommen! Im ersten Moment realisiert man gar nicht wie unfassbar kalt das Wasser ist. Dann muss man ganze zwei Mal unter einem Hindernis hindurch tauchen um am Ende wieder aus dem Becken zu kommen. Das einzige was hier hilft: schnell sein & nicht nachdenken, denn: ES IST SO UNFASSBAR KALT! Es ist wie Gehirnbrand, Brain Freeze – du denkst dein Kopf zerplatzt. Es ist soooooooo arschkalt! Ich bin schreiend aus diesem Becken gekrabbelt, die Dame vor mir kam mit ihrem Poppes nicht richtig aus dem Wasser, sodass ich so halb über sie rüber geklettert bin. Man will keine Sekunde zu lange in diesem Eisbecken ausharren!

14440821_778780392225250_5993693465484775098_n

In diesem Moment war ich SO dankbar, dass die Sonne schien und das Thermometer mittlerweile gute 20 Grad anzeigte – so habe ich auf dem ganzen Parkour vielleicht 5 Minuten gefroren. Wir sind am Sonntag gestartet, der eher ruhigere Starttag im Vergleich zum Samstag und so kam es an keinem Hindernis zu Stau. Ich habe mir am Samstag die Strecke schon mal angeguckt und da kam es teilweise zu längeren Staus vor den Hindernissen und man hat auch einige Leute gesehen, die von Sanitätern behandelt werden mussten, da sie stark unterkühlt waren. Sonntag war das anders – da wir die ganze Zeit in Bewegung waren und eigentlich keine Minute rumstanden wurden wir auch nicht kalt und man ist zudem sowieso die ganze Zeit total aufgeputscht und voller Adrenalin.

Weiter ging es, mittlerweile waren wir bei Kilometer 14 angekommen. Und ich verrate euch jetzt das wahre Hindernis beim Tough Mudder in Süddeutschland (zumindest wenn man aus dem Norden kommt): die Höhenmeter. Der Lauf in Süddeutschland hat knappe 1000 Höhenmeter zu bieten und wenn ich in Bremen joggen gehe, dann habe ich vielleicht 20 Höhenmeter am Ende auf meiner Uhr. Und diese Strecke Berg hoch und Berg runter, eine richtige Berg- & Talfahrt hat mir echt den Rest gegeben ?

14435349_777211929048763_2607075919311056522_o

Nach Kilometer 15, also kurz vor dem Ende kommt noch mal eine Reihe von Hindernissen, wie z.B. die „Mud Mile 2.0“. Eine Hügellandschaft aus Matschbergen und Wassergraben. Mit meinen kurzen 1,62m gestaltete sich das erklimmen der Matschberge etwas schwierig, da ich mit meinen Beinen keinen richtigen Halt bekommen habe und immer wieder ins Wasser gerutscht bin. Ohne mein Team säße ich vermutlich jetzt noch im Wassergraben!

Dann kommt das Hindernis „Funky Monkey 2.0“ – ein Klettergerüst über das man sich entlanghangeln muss um nicht im Wasser zu landen. Da vor uns schon tausende Menschen mit ihren matschigen Händen sich an den Stangen entlanggehangelt haben waren diese natürlich total dreckig und quasi jeder hat früher oder später den Abgang ins Wasser gemacht.

Nachdem also wieder jeder nass war ging es zur „Pyramid Scheme“ – eine spiegelglatte schräge Holzmauer, die man alleine nicht überwinden konnte. Hier war also wieder Teamwork gefragt. Ziel ist es eine menschliche Kette zu bilden indem die zweite Person auf die Schultern der ersten Person steigt usw. bis man oben angekommen ist.

14409392_777893335647289_1939995090068817627_o

Danach kam das Hindernis „Block Ness Monster“ – eines meiner allerliebsten Hindernisse. Auch hier ist wieder Teamarbeit gefragt. Das sind zwei riesige Holzblöcke in einem Wasserbecken. Versucht man alleine das Hinderniss zu überqueren, so fangen die Blöcke an sich zu drehen und ziehen dich wieder in das Wasser. Man muss sich also an der Kante festhalten, während die anderen Läufer den Holzblock von unten nach oben drücken, sodass der Holzblock sich dreht und dich an auf der anderen Seite wieder rüber wirft.

Als vorletztes Hinderniss kommt eine rutschige Halfpipe – auch hier ist es ohne ein Team nur für wirklich trainierte und erfahren Tough Mudder Läufer machbar. Mit viel Anlauf läuft man also wie ein Besessener die Halfpipe hoch in der Hoffnung das oben jemand steht, der einen festhält und hochzieht. Als wir am Sonntag dort angekommen sind war natürlich NIEMAND oben der auf uns wartete – also mussten unsere Spitzensportler als erstes los und sich hochkämpfen.

14500695_777896062313683_8637556025970595537_o

Anschließend geht es noch mal durch ein kurzes Stück Fluss, sodass man natürlich kurz vor dem Ziel noch mal richtig schön nass wird. Bevor man dann sein verdientes Stirnband und das heiß ersehnte Bier bekommt, muss man noch das letzte Hindernis bezwingen – die „Electroshock Therapy“. Bei diesem Hindernis muss man unter herunterhängenden Stromkabeln durchlaufen auf denen 10.000 Volt sind. Vor diesem Hinderniss stand ich wirklich einige Minuten – zum Einen um auf mein Team zu warten, damit wir GEMEINSAM ins Ziel laufen können – zum Anderen weil ich echt tierischen Schiss hatte. Vor Strom habe ich wirklich Respekt und ich habe mehrere Läufer beobachten können, die der Strom niedergestreckt hat. Ich habe wirklich mit meinem Schweinehund diskutiert und wollte das Hindernis als einziges auslassen. Aber andererseits dachte ich mir: „jetzt um das Hindernis herum gehen und dann das Stirnband in Empfang nehmen? Das machen doch nur Weicheier! Außerdem will ich JEDES HINDERNISS geschafft haben – erst dann ist man ein wahrer Tough Mudderer“ und dann bin ich einfach drauf los gesprintet!

Processed with Snapseed.

Während es einige aus meinem Team echt hart erwischte, sie auch noch hingefallen sind und den Strom über sich ergehen lassen mussten, bin ich echt glimpflich davon gekommen ? mich hat kein Stromschlag erwischt – mein Gesichtsausdruck spricht aber Bände, oder?

Im Ziel angekommen stehen dort Helfer vom Tough Mudder die dir dein Stirnband überziehen! Auch wenn mit dir 100 andere im Ziel stehen und sich selbst feiern – DU fühlst dich wie der König, als hättest du die Welt erobert oder gerade 10 Millionen im Lotto gewonnen! Ich bin sowieso nah am Wasser gebaut und sehr sentimental und hatte in dem Moment Tränen in den Augen als ich Lisa umarmt habe ❤

Processed with VSCO with f2 preset

Im Ziel gibt es dann für jeden ein FINISHER-Shirt und auch ein Bier. Und ich sag euch: das Bier schmeckt in diesem Moment als wäre es aus purem Gold!

Durch unser Team hat das ganze Event so viel Spaß gemacht und obwohl sich die Meisten aus dem Team vorher nie in ihrem Leben gesehen haben, so ist man auf der Strecke so eng zusammen gewachsen und teilt gemeinsam eine so geile Erfahrung! Ich hätte mir kein besseres Team vorstellen können und hoffe, dass man sich ganz schnell wieder sieht – auch wenn einen hunderte Kilometer trennen!

Völlig entkräftet aber einfach überglücklich! Auch wenn die Zeit bei diesem Event nicht zählt möchte ich sie euch natürlich nicht vorenthalten, da garantiert jemand fragen wird: wir haben die 18km in ca. 3 Stunden und 15 Minuten absolviert. Die meisten Läufer brauchen für die Strecke zwischen 3 und 4 Stunden.

foto-29-09-16-23-42-41

Einige werden sich sicher auch fragen, wieso das Girl in der ersten Reihe neben mir (@jelle_goes_fit) ein grünes Stirnband um hat. Sie ist den Tough Mudder bereits zum zweiten Mal gelaufen. Die beiden Herren oben haben sogar bereits ein gelbes Stirnband (4-6x Tough Mudder) sowie ein pinkes Stirnband (7-9x). Stellt sich die Frage: „wieso tut man sich das Ganze MEHRFACH an?“ Weil es geil ist – weil es eine Sucht ist.

An dieser Stelle möchte ich noch 3-4 andere Fragen beantworten, die mich in den letzten Tagen häufiger erreicht haben:

Ist der Tough Mudder nicht nur etwas für Männer?
Definitiv nein! Ich hatte zunächst auch die Befürchtung, dass man neben den Männern abkacken wird oder vielleicht sogar müde belächelt wird. Aber es gehen mindestens genauso viele Frauen an den Start wie Männer und ich muss gestehen: als Frau ist man sogar klar im Vorteil! Es gibt auf der Strecke sooo viele hilfreiche Männer, die einer Frau nur zu gerne über ein Hindernis helfen. Da wird schon mal ein Mann im Matsch liegen gelassen um einer Frau eine hilfreiche Hand zu reichen. Es gibt also doch noch Gentlemans da draußen ?

Die 18km Strecke sind einfach viel zu lang – das schaffe ich doch niemals?
Wer mich aufmerksam verfolgt, der weiß, dass ich erst eine Woche vor dem Tough Mudder meinen ersten Halbmarathon gelaufen bin. Zuvor bin ich nie mehr als 13km gelaufen. 18km ist also auch für mich eine absolute Herausforderung. Diese Strecke laufe ich nicht mal eben so. Es ist natürlich klar von Vorteil, wenn man Kondition und Ausdauer hat und nicht gerade Laufanfänger mit 5km Distanz ist – aber mit dem nötigen Biss schafft man die Distanz auf jedenfall. Es gibt in regelmäßigen Abständen Versorgungsstellen mit Wasser und Energieriegeln.

Schaffe ich den Tough Mudder wenn ich kein Krafttraining mache?
Es hat noch niemand den Parkour nicht geschafft, weil er zu wenig Kraft hatte – es gibt aber durchaus Läufer, die an ihrer Ausdauer gescheitert sind und aufgeben mussten.
Wenn man ein Hindernis, wie z.B. das Klettergerüst bei dem die Oberkörpermuskulatur beansprucht wird, nicht schafft, dann plumpst man eben ins Wasser. Dann schwimmt man an den Rand, klettert heraus und läuft weiter. Das passiert den besten und stärksten Sportlern, von daher ist fehlende Kraft kein Grund um nicht am Tough Mudder teilzunehmen. Jedes Hinderniss ist machbar – wir hatten in unserem Team alle Leistungsstandarts, von Hochleistungssportler bis Couch Potatos & trotzdem hat JEDER ALLE Hindernisse absolviert!

Ist es nicht total schwierig mit nassen Klamotten 18km zu laufen?
Mit der richtigen Kleidung merkt man von der Nässe eigentlich nichts. Zu empfehlen sind hier gute und leichte Laufschuhe – ich habe meine Asics Gel Noosa Tri 11 getragen und absolut nichts davon gemerkt, dass diese komplett durchnässt waren. Außerdem habe ich ein Funktionsshirt und eine 3/4 Sporttights von Asics getragen sowie Kompressionsstrümpfe – alles Kleidungsstücke die super schnell trocknen und in denen man die Nässe nicht spürt. Ich kann jedem Hindernisläufer nur ans Herz legen auf eine lange Hose bzw. 3/4 Hose und Kniestrümpfe zu setzen, wenn man nicht mit völlig aufgeschürften Knien und Schienbeinen nach Hause fahren möchte.
Meine Knie waren zwar ebenfalls blau, dick und geschwollen da man bei vielen Hindernissen mit den Knien auf Widerstand stößt – aber blaue Flecke sind das kleinere Übel. Blutige Schrammen können wirklich unangenehm werden.

Wirst du noch mal an einem Tough Mudder Lauf teilnehmen?
JA! Ja, ja, ja! JAAAA!

Dieses Gefühl nach einem Tough Mudder muss man erlebt haben! Es ist unbeschreiblich! 

foto-30-09-16-01-38-00

Ich bin schon ganz heiß auf 2017. Dieses Event hat von vorne bis hinten so viel Spaß gemacht – es ist top organisiert, die Menschen auf der Strecke sind großartig, mein Team war spitze und zusammen mit Marie hat es sooooo viel Spaß gemacht! Ein Erlebnis, dass man so schnell nicht wieder vergisst. Und wer weiß – vielleicht laufe ich nächstes sogar 2x, in Norddeutschland UND in Süddeutschland. An dieser Stelle noch mal ein dickes fettes DANKE an meinen Herzensmenschen Marie – nur durch sie hatte ich die Möglichkeit am Tough Mudder teilzunehmen und diese geilen Erfahrungen vorallem mit IHR zu sammeln! ?

Die liebe Lisa hatte beim Lauf ihre GoPro am Start und dabei ist ein grandioses Video entstanden, dass die ganze Stimmung und den geilen Lauf noch mal in bewegte Bilder packt – schaut es euch unbedingt an!

*dieser Artikel erfolgte in Zusammenarbeit mit der Tough Mudder GmbH

Written by ninamarleen

3 Comments

Lea

Als ich diesen Artikel gelesen habe, dachte ich mir nur eins: „Ach du Scheiße, Krass, Ernsthaft, WIE, ICH WILL AUCH“ Echt großen Respekt, dass du das geschafft hast. Ich bin ja schon happy, wenn ich beim Laufen durchhalte ohne stehenzubleiben oder zu gehen, aber DAS ist ja mal was VOLLKOMMEN ANDERES. Das schafft echt nicht jeder und deswegen kann ich nur sagen: Sei stolz auf dich.
Immer wenn ich solche Artikel auf deinem Blog lese, steigt meine Motivation. Eigentlich bin ich kein sonderlicher Lauf Fan, ich laufe nur ab und zu und dann auch nur eine halbe Stunde, aber jetzt überlege ich allen ernstes, auch mal am „Tough Mudder“ teilzunehmen. Ein Jahr Vorbereitungszeit müssten hoffentlich reichen ;D. Gibt es da eigentlich eine Altersbegränzung? Hoffentlich nicht erst ab 18, sonst kann ich da noch drei Jahre warten…
Du bist wirklich eine große Motiavtion für mich, immer wenn ich zu faul zum Sport bin, schaue ich mir Bilder auf Instagram von dir an oder lese Blogartikel. Danke dafür, dass du Leute so inspirierst. Vor einem halben Jahr hätte ich, wenn ich sowas gelesen hätte, sicherlich sofort weggeklickt, eine Tafel Schokolade aus dem Schrank geholt und hätte versucht, das Gelesene sofort wieder zu vergessen. Aber jetzt hat mich sogar der Ehrgeiz gepackt^^

Reply
ninamarleen

Oh das ist ja zuckersüß von dir! Danke 🙂
der Tough Mudder ist ab 16 Jahren!

Reply
Lea

Oh mein Gott YES, das heißt ich kann nächstes Jahr teilnehmen!!! Danke für die Antwort 😀 😀 😀

Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.