Vor 2 Jahren war für mich laufen gehen ein Ding der Unmöglichkeit. Abgesehen davon, dass ich darin keinen Sinn gesehen habe stumpf vor mir her zu laufen, habe ich es auch konditionell keine 200m weit geschafft.
Im Sommer 2014 war ich das erste Mal bewusst laufen – 3,22km in einer halben Stunde. Das entspricht also einer Pace (Zeit pro Kilometer) von 9 Minuten. Und das war’s dann auch erstmal mit der Laufkarriere für das Jahr, man soll es ja schließlich auch nicht direkt übertreiben ?

Im Sommer 2015 lag in meinem Fitnessstudio eine Liste für den B2Run aus – ein 6,5km Lauf mit Einlauf ins Weserstadion. Die Liste habe ich natürlich gekonnt ignoriert – denn Laufen und ich passte einfach nicht zusammen. Und dann habe ich meinen Namen auf der Liste entdeckt, den eine gute Freundin einfach eingetragen hat. Und da hatte ich dann den Salat ? und ich mache für gewöhnlich keine halben Sachen – wenn ich etwas mache, dann richtig!

Zu allererst bin ich ins Fachgeschäft gegangen und habe eine Laufbandanalyse gemacht. Dabei wird geguckt ob man eventuell eine Fußfehlstellung hat oder beim Laufen nach innen oder außen abrollt. Ich selbst hätte mir ohne diese Analyse vermutlich einen völlig falschen Schuh gegriffen und hätte auch niemals damit gerechnet, dass ich dazu neige nach innen abzurollen (eine sogenannte Überpronation). Nachdem ich ein paar Schuhe getestet habe, habe ich mich für meinen ersten Laufschuh entschieden: der Nike Zoom Structure 18!

Da ich bis zu dem Zeitpunkt schon relativ viel Cardio im Fitnessstudio gemacht habe, hatte ich schon eine solide Grundlage und gute Kondition. Und dann bin ich einfach Laufen gegangen – ohne groß darüber nachzudenken wie ich laufe, wie schnell ich laufe, worauf ich achten muss, ob ich irgendwie speziell atmen muss, wie lange ich laufe – ich bin einfach gelaufen. Ich bin immer zwischen 5 und 7km gelaufen und das klappte von Mal zu Mal besser und durch kleine Erfolge habe ich tatsächlich Gefallen am Laufen entwickelt. Dann stand der B2Run an und ich habe 6,65km in 40 Minuten geschafft (das entspricht eienr Pace von 06:04 min/km), für mich also schon ein absoluter Erfolg. Die Woche drauf bin ich dann direkt meine ersten 10km gelaufen – in 01:05:16 ?

Dann kam der Winter. Und was das angeht bin ich wirklich ein Mädchen, eine absolute Mimose. Iiiih es ist nass, iiiih es ist kalt, iiiih es ist dunkel ☔ also bin ich den gesamten Winter nicht gelaufen – meine Motivation lag irgendwo am Strand und hat sich gesonnt.
Im März 2016 hab ich dann wieder meine Laufschuhe geschnürt, ich hatte ein neues Paar Laufschuhe (Asics Gel Noosa Tri 12) und die Motivation war zurück. Sowieso finde ich neue Sportklamotten super motivierend ?

Und dann bin ich meine ersten 10km unter einer Stunde gelaufen – um genau zu sein in 00:59:40 – das ist eine Pace von 05:57 min/km  ? das ist ein so großartiges Gefühl!
Das ganze Jahr über bin ich dann immer wieder ergänzend zu meinem normalen Krafttraining laufen gegangen, bei schönem Wetter macht Sport draußen noch viel mehr Spaß und beim Laufen kann ich immer gut abschalten. Im Sommer habe ich dann immer öfter das Gefühl gehabt, dass mir das reine Krafttraining nicht mehr die pure Erfüllung gibt, mich nicht völlig auslastet und mich 100% zufrieden macht. Irgendwie fehlte mir der Ehrgeiz, die Leistung etwas abzurufen – denn sind wir mal ehrlich, Krafttraining macht man letztendlich nur für sich selbst, wenn man nicht gerade auf die Bühne möchte. Also bin ich im September den Tough Mudder gelaufen und direkt im Oktober den Mud Masters. Und das gute Gefühl war wieder da ?

Auch bis zu diesem Zeitpunkt habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht wie ich laufe, wie schnell ich laufe, wie weit ich laufe, wie ich schneller und besser werde – ich bin einfach nur gelaufen! Laufschuhe angezogen, Musik auf die Ohren & los ? je nachdem wie gut meine Tagesform war, wie ausgeschlafen meine Beine waren und wie viel Motivation ich hatte bin ich mal 7 und mal 12km gelaufen. Selten ganz am Stück – denn mein Kopf redet mir bereits nach 500m ein, dass ich aus der Puste bin und mal ein Stückchen gehen müsste. DAS ist mein Hauptproblem beim Laufen – mein Kopf. Da bringt es nichts zu zweit zu laufen, Musik zu hören oder einem Hörspiel zu Laufen, der Denkapperat rattert trotzdem. Aber auch das wird irgendwann verschwinden, da bin ich mir sicher! Man kann nur stärker und besser werden ?

Nachdem ich Ende des Jahres das erste Mal dann die Halbmarathondistanz (21,12km) gelaufen bin in 02:45:10 habe ich immer wieder mit dem Gedanken gespielt einen ‚offiziellen‘ Halbmarathon zu laufen. Und dann kam die Mail von Nike ob ich Lust hätte am 02.04.2017 in Berlin den Halbmarathon zu laufen. Und verdammt ja – darauf habe ich Lust. Also heißt es seit Anfang 2017: Halbmarathon ich komme – die Vorbereitung und das Training läuft und ich freue mich schon riesig diese Erfahrung machen zu können! ?

Wie ihr also seht, muss man kein Laufexperte sein um Laufen zu gehen – man muss auch nicht tausend Studien lesen oder sich über hundert Sachen Gedanken machen, solang der Laufschuh passt funktioniert der Rest auch. Besorgt euch gute Schuhe, die für euren Fuß optimal sind – haut euch gute Musik auf die Ohren, zieht euch an & lauft einfach los. Die ersten Male wird es ein Kampf, ich fand Laufen lange Zeit auch sehr doof – aber irgendwann kommt die Freude daran und ihr schnürt gerne eure Schuhe für eine Runde um den Block. Und wenn euch die Liebe zum Laufen nicht überkommt – dann ist es auch nicht schlimm. Jeder Mensch ist verschieden, jeder Mensch mag andere Dinge und niemals kann eine Sache allen Menschen gefallen – und das ist auch gut so. Dann ist eine andere Sache vielleicht genau DEIN Ding, du musst es nur herausfinden!

Written by ninamarleen

6 Comments

Nadja

Toller Post, der motiviert noch mehr! 🙂
Wir haben scheinbar den gleichen Kopf, denn von dem, was du beschreibst, kann ich auch ein Lied singen! 😛
Im Mai werde ich Touch Mudder Half laufen- freue mich schon auf die Herausforderung 🙂

Ganz liebe Grüße
Nadja 🙂

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ninamarleen

Oha – im Mai ist NRW! Der ist hart 🙂 Aber ich wünsche dir gaaaanz viel Spaß!

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Sylvia Mertens

Ich laufe seit 25 Jahren, aber bin nie über 5 km raus gekommen .
Diese laufe ich in 40 Minuten wenn ich gut drauf bin.
Im Winter bin ich eigentlich immer dauerkrank und kann monatelang gar nichts machen.
Letzten April wollte ich am StadtLauf teilnehmen und 6 km schaffen.
Ich konnte aber ab Dezember fast gar nicht trainieren, da ich ständig Infektionen mit Fieber, Mandelentzündungen und zwei Lungenentzündungen hatte.
Mein Arzt hat mir dann geraten mit dem Sport ganz aufzuhören da das Training anscheinend zu anstrengend für meinen Körper war und ich dadurch diese heftigen Infekte hatte.
Diesen Wintee habe ich gar nichts gemacht, bin lediglich regelmäßig draußen spazieren gegangen , Sauna und gesunde Ernährung mit viel Obst.
Außerdem hab ich den Job gewechselt und nun weniger Stress. Ich habe drei Kinder und arbeite Vollzeit, so dass ich wirklich keine Langeweile habe.
Und siehe da: ich fühle mich besser und habe gar kein Verlangen mehr zu laufen.
Diesen Winter war ich nur einmal erkältet aber das wars auch schon.
Ich habe 6 kg abgenommen obwohl ich keinen Sport mache, die Jahre davor hab ich trotz Laufen und Fitness fast 20 kg zugenommen.
Für mich ist das Laufen immer eine Quälerei gewesen, die meinem Körper nicht gut getan hat.
Im Studio und auch von den Medien wird ja immer gesagt, dass Laufen so befreiend und toll ist und dass jeder Sport machen muss weil alles andere ungesund ist….für mich stimmt das nicht.
Von daher kann ich diesen Hype nicht nachvollziehen

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Andrés

Gibt doch Nichts schöneres als zu lesen, dass jemand gerne läuft.
Wünsche auf jeden Fall schonmal viel Erfolg für Berlin (wieso bekommst du dafür eine Einladung von Nike…#ichwillauch 🙁 )
Keep on Running!!

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Jenny Volz

Du schreibst du hast die nie Gedanken darüber gemacht wie du läufst…hast du nie irgendwelche Probleme bekommen? Gelenkmäßig oder so meine ich.
Ich hab heute Laufschuhe gekauft und bekam den Tipp ich müsse die Knie höher nehmen wegen Schwung und so…

Für deine Verletzung wünsche ich dir gute Besserung und drücke die Daumen dass es beim nächsten mal klappt.

Ich lese dich sehr gerne bei Instagram 😊

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ninamarleen

Nein, ich hatte bislang keine Gelenkbeschwerden oder ähnliches. Ich habe aber auch eine professionelle Laufanalyse machen lassen, bevor ich mir meinen ersten Laufschuh zugelegt habe und halte das für sehr wichtig – denn wie du ja selbst sagst kann man sich unheimlich viel beim Laufen kaputt machen!

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