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mein Rennrad

by ninamarleen

Wieso weshalb warum ein Rennrad? Warum gerade dieses? Fragen ĂŒber Fragen die die letzten Tage bei mir eintrudelten und ich dachte mir es ist einfacher, wenn ich euch das hier zusammenfasse đŸ™‚đŸšŽâ€â™€ïž

Die Idee eines Rennrades schwirrt schon wahnsinnig lange in meinem Kopf herum – ich mache schon immer gerne draußen Sport, habe als Kind und Teenie Tennis gespielt, gehe schon viele Jahre gerne laufen und bin auch sonst gerne an der frischen Luft und in der Sonne. Leider ist jedoch meine Laufkarriere immer irgendwie auch durch meine Knie begrenzt, da ich das sogenannte Patellaspitzen-Syndrom habe. Eine Reizung der Kniescheibensehne. Das trage ich schon seit meiner Jugend mit mir herum, mal mehr, mal weniger und ich weiß auch recht gut wie ich das in den Griff bekomme aber sobald ich mein Knie zu sehr mit Laufen, Box Jumps oder Seilspringen beim Crossfit ĂŒberanstrenge kommt der Schmerz zurĂŒck. Deswegen hatte ich immer schon große Lust mir ein Rennrad zuzulegen, da normales Fahrrad fahren fĂŒr mich recht wenig mit Sport zu tun hat (und spazieren fahren finde ich persönlich irgendwie einfach langweilig). Das scheiterte aber dann doch immer daran, dass ich niemanden hatte zum Fahren. Klar – man kann so ein Hobby wenn man wirklich Lust darauf hat auch alleine machen und man lernt schnell neue Leute kennen – aber irgendwie macht man es dann doch nicht. Als ich meinem jetzigen Freund davon erzĂ€hlte war er sofort begeistert, da er auch sehr sportbegeistert ist und auch im Alltag sehr aktiv unterwegs ist und da dank Corona New York ausgefallen ist haben wir die Chance genutzt und uns RennrĂ€der gekauft. FĂŒr mich ist damit auf jeden Fall ein lang ersehnter Wunsch in ErfĂŒllung gegangen.

Aber welches Rennrad hab ich denn nun und wieso denn genau DAS?
Ich hab das Canyon Ultimate WMN CF SLX Disc 8.0 – das wird euch jetzt erstmal nichts sagen, hat es mir am Anfang auch nicht. Und wenn ihr danach sucht werdet ihr es vermutlich auch nicht finden, da ich wahnsinniges GlĂŒck hatte und mein Rennrad im Outlet von Canyon in exakt meiner RahmengrĂ¶ĂŸe fĂŒr 1100€ gĂŒnstiger geschossen habe und es auch das allerletzte Modell war.
Mein Bike ist also von Canyon – das ist eine Marke wie viele andere Marken auch, die alle gute RĂ€der herstellen – sei es Bianchi, Rose, Liv, Specialized, Giant oder BMC (um nur ein paar zu nennen). Ich habe mich vorher grĂŒndlich informiert was fĂŒr mich an dem Rad wichtig ist und was ich unbedingt haben möchte (dazu spĂ€ter mehr), habe sehr viele Testberichte gelesen und YouTube-Videos geguckt mit Testberichten. Wenn ihr mal bei Google „Rennrad Test“ eingebt, dann werden euch immer wieder die gleichen Marken ĂŒber den Weg laufen, die sich am Ende nicht viel nehmen und dann nur noch der persönliche Geschmack entscheidet. Ich hatte großes GlĂŒck, dass ich einen sehr guten Freund habe, der schon viele Jahre Rennrad fĂ€hrt, mehrere RennrĂ€der hat und auch schon einen Ironman bewĂ€ltigt hat (das ist einfach SOOO unglaublich!) und mir bzw. uns bei der Recherche und Auswahl wirklich sehr gut geholfen hat. Viele kaufen sich leider einfach blind drauf los ein Rennrad, weil sie gern ein Rennrad hĂ€tten, versuchen dabei aber so wenig wie möglich auszugeben und holen sich dann beim Discounter fĂŒr 500€ ein Rennrad. Kann man natĂŒrlich machen, wenn man damit nur 15km zur Eisdiele fahren will und auch sonst nur ab und an mal auf dem Fahrrad sitzt – wenn man aber mehr möchte, dann wird man den Kauf spĂ€testens nach einem Sommer bereuen und greift dann im Jahr drauf doppelt in die Tasche oder lĂ€sst das Rennrad fahren ganz bleiben. Der Rennrad-Kauf will wohl ĂŒberlegt sein und Themen wie RahmengrĂ¶ĂŸe, Ausstattung, Material, LaufrĂ€der, Scheiben- oder Felgenbremse und natĂŒrlich der richtige Sattel sollten beachtet werden. Die erste Frage die man sich stellen muss: Rennrad oder Gravelbike? Ein Gravelbike hat etwas breitere Reifen, wodurch man auch durchaus mal kurze Strecken ĂŒber Schotter und abseits der Straße fahren kann. Das wollten wir aber bewusst nicht. Zum Einen gibt es hier einfach nicht die Strecken wo ich abseits der Straße fahren möchte, denn dafĂŒr wĂŒrde ich mir dann doch eher ein Mountainbike anschaffen. Zum Anderen wollten wir wirklich etwas schnittiges, windiges, schnelles – eben ein Racebike. Deswegen haben wir uns fĂŒr ein reines Rennrad entschieden!

ZunĂ€chst haben wir die FahrradlĂ€den in Bremen und umzu abgeklappert – aber wer wirklich mal auf die Suche nach guten RennrĂ€dern geht, der wird hier schnell an seine Grenze stoßen. Bei B.O.C. zum Beispiel stand nur eine einzige Rennrad Marke mit einem einzigen Modell, ansonsten noch 2-3 Gravelbikes und halt eine Millionen anderer FahrrĂ€der 😄 bei Stadler genau das gleiche und auch im FachgeschĂ€ft fĂŒr RennrĂ€der hatten sie nur zwei Modelle zur Auswahl in sehr grellen Farben was uns einfach optisch schon sofort abgeschreckt hatte. Und leider hatte auch keines der GeschĂ€fte ein Rad in meiner GrĂ¶ĂŸe vorrĂ€tig, weshalb ich – selbst wenn ich vor Ort hĂ€tte kaufen wollen – keines der RĂ€der hĂ€tte Probefahren können. Leider war der Kundenservice auch durchweg einfach nicht gut, denn auch die VerkĂ€ufer verwiesen mich nur auf das Internet („Schauen Sie einfach mal online ob Sie das Fahrrad dort in ihrer GrĂ¶ĂŸe finden“ – GesprĂ€ch beendet, da keiner der VerkĂ€ufer ein Fahrrad in kleiner RahmengrĂ¶ĂŸe fĂŒr mich bestellen wollte, da vermutlich das Risiko, dass ich mich doch gegen das Rad entscheide und dies dann im Lager steht zu groß war). Daher ist unsere Suche leider am Ende im Internet gelandet, auch wenn wir sehr gerne lokal gekauft hĂ€tten.

Was war mir an meinem Rennrad wichtig?

Die nĂ€chste Frage die man sich dann stellen muss, wenn man sich fĂŒr das Rennrad entschieden hat – Aluminium, Titan oder Carbon? Lange habe ich zwischen Alu und Carbon hin und her ĂŒberlegt – der Vorteil an Carbon ist, dass dies ein ganz spezielles Material ist, welches es ermöglicht einen Rahmen ohne SchweißnĂ€hte herzustellen, welcher eine perfekte Balance aus Steifigkeit, Gewicht und Aerodynamik aufweist. Im Profibereich ist Carbon inzwischen etablierter Standart. Außerdem ist Carbon in der Lage StĂ¶ĂŸe abzufangen und sorgt somit fĂŒr mehr Komfort auf dem Rad. Der Nachteil an Carbon ist ganz klar die Empfindlichkeit. Einmal auf der Straße richtig lang gemacht und schon kann der Rahmen gebrochen sein. Das ist sogleich der Vorteil an Aluminiumrahmen – diese sind bestĂ€ndiger gegen StĂ¶ĂŸe – sind aber gleichzeitig oft auch schwerer als Carbonrahmen und damit fast nur im Einsteigerbereich zu finden. Viele Testberichte kommen zu dem Schluss, dass Aluminiumrahmen eher mal einen krĂ€ftigen Sturz wegstecken – im Gesamten jedoch Carbonrahmen langlebiger sind. Deswegen: Carbon Rahmen!

Die nĂ€chste Frage, die bei der Suche nach dem Rennrad aufkommt: Felgen- oder Scheibenbremse? Bei der Felgenbremse hat man, wie man das ĂŒblicherweise vom Fahrrad kennt, zwei Bremsbacken die auf das Rad bzw. auf die Felge drĂŒcken wenn man bremst. Bei einer Scheibenbremse ist eine extra Bremsscheibe an der Radnabe befestigt und dreht sich immer mit derselben Geschwindigkeit. Diese dient den BremsbelĂ€gen am Bremskolben zur Auflage, welche im Bremssattel befestigt sind. Sprich: die Bremse bremst auf der Scheibe, nicht auf der Felge. Nachteil an der Felgenbremse ist natĂŒrlich, dass auf einem tragenden Bauteil gebremst wird, welches dadurch verschleißt. Außerdem ist die Bremswirkung insbesondere bei NĂ€sse deutlich verzögert und schlechter. Scheibenbremsen hingegen sind wetterunabhĂ€ngig und bieten schon mit geringer Handkraft gute Bremsleistung. Ein weiterer Nachteil der Felgenbremsen ist die mögliche Hitze die entstehen kann wenn man beispielsweise bei langen Abfahren dauerhaft bremst wodurch der Schlauch platzen kann. Hier im Norden in Bremen ist das natĂŒrlich alles nur fiktiv und kein ernstes Risiko – die Scheibenbremsen sind jedoch sehr auf dem Vormarsch und lösen die Felgenbremsen StĂŒck fĂŒr StĂŒck ab.

Dann kommt die Frage der Schaltung: und da kann ich wirklich nur empfehlen: ausprobieren! Es gibt elektronische und mechanische Schaltungen und da kommt es wirklich nur auf die eigene Vorliebe an. DIE richtige Schaltung gibt es so nicht. Ich habe die Shimano Ultegra R8000 SGS an meinem Bike. Mein Freund hingegen hat sich fĂŒr eine elektronische Schaltung entschieden und ist damit auch sehr happy. Ist nice to have aber als Einsteiger brauch ich das noch nicht, da das natĂŒrlich auch ein großer Kostenfaktor ist 😅

Bei den LaufrĂ€dern war mir eigentlich nur wichtig, dass diese möglichst leicht sind – denn die LaufrĂ€der machen das Rad erst schwer und gerade das möchte man bei einem Rennrad nĂ€mlich nicht. Jedes Gramm welches vermieden werden kann wird vermieden. Ich habe die DT Swiss PR 1400 Dicut db – das sind AlumiumrĂ€der, die in dem Fall einfach bestĂ€ndiger und sicherer fĂŒr Einsteiger sind als Reifen aus Carbon. Beim Sattel und auch beim Lenker habe ich nicht groß drauf geguckt, denn das sind Faktoren die sich „relativ“ leicht austauschen lassen und andere Faktoren am Rad sind wichtiger.

Nach vielen Testberichten sind wir am Ende zwischen Canyon und Rose FahrrĂ€dern gelandet. Und dann muss ich sagen hat am Ende wirklich der persönliche Geschmack entschieden und wir haben uns beide fĂŒr Canyon entschieden. Canyon hat keinen Verkauf in GeschĂ€ften, sondern bietet ausschließlich den Verkauf ĂŒber ihren Onlineshop bzw. ĂŒber ihren Showroom in Koblenz an, weshalb wir unsere RĂ€der online bestellt hatten.
Mein Rad hat am Ende 2399€ gekostet – wie gesagt, dies war der Outletpreis – der ursprĂŒngliche Preis lag bei 3499€. Klar hĂ€tte ich mir auch ein gĂŒnstigeren Fahrrad kaufen können, aber ich kenne mich auch. SpĂ€testens im nĂ€chsten Jahr hĂ€tte ich das Fahrrad auf Scheibenbremse umgerĂŒstet und mir neue LaufrĂ€der besorgt und dann wieder 1000€ investiert. So habe ich nun wirklich etwas sehr gutes und hochwertiges fĂŒr die nĂ€chsten Jahre in der Hand. Und: das ist ja auch nur meine persönliche Entscheidung. Nicht jeder kauft sich einen Audi A6 als Auto. Jemand anderes ist mit einem Seat Ibiza absolut zufrieden – jedem Menschen sind andere Aspekte wichtig.

Die RahmengrĂ¶ĂŸe lĂ€sst sich ĂŒbrigens recht einfach ĂŒber den Onlineshop ermitteln. DafĂŒr benötigt man nur die KörpergrĂ¶ĂŸe und die genaue SchrittlĂ€nge und schon hat man die RahmengrĂ¶ĂŸe heraus. Ich brauche ĂŒbrigens bei Canyon: 2XS! Etwas kleineres gibt es auch nicht und deswegen hatte ich auch so GlĂŒck im Outlet – ein Bike in GrĂ¶ĂŸe M zu dem SchnĂ€ppchenpreis hĂ€tte es so vermutlich nicht gegebene.

Unsere RĂ€der kamen ca. 2 1/2 Wochen nach der Bestellung bei uns an. Wichtig: die RĂ€der kauft man IMMER ohne Pedale! Wer sich also ein Rennrad bestellt, der sollte daran denken, dass man die Pedale noch extra kaufen muss. Und man muss das Fahrrad noch selbst zusammen bauen. Sprich Vorderrad dran, Lenker dran, Sattel dran – und auch wenn sich das recht einfach anhört haben wir pro Fahrrad knapp eine Stunde gebraucht plus eine Stunde genaues einstellen von Sattelhöhe, Sattelneigung, Lenkerhöhe, Pedale und co. Also bestellen und blind drauf losfahren ist leider nicht 😅 wir haben uns da auch viele YouTube-Videos angeguckt, wollen aber demnĂ€chst noch ein professionelles Bikefitting machen. Da werden genaue Punkte am Körper ausgemessen und dann aufs Fahrrad eingestellt.

Welche Pedale und warum? Kann man das Rennrad nicht auch ohne Klickpedale fahren?
Also erstmal: klar kann man Rennrad auch ohne Klickpedale fahren. Ich muss aber bereits nach drei Touren schon sagen: ich möchte nicht mehr ohne Klickpedale fahren. Durch das einknicken der Schuhe in die Pedale gibt es kein Herumrutschen oder Abrutschen auf den Pedalen. Außerdem ist die investierte Kraft durch die feste Bindung an der Pedale deutlich effektiver und man hat nicht nur eine Druck- sondern auch eine Zugphase beim Fahren. Man hat ein deutlich intensiveres GefĂŒhl mit dem Rad verbunden zu sein, fest auf dem Rad zu sitzen und eben nicht bei der kleinsten Bodenwelle abzurutschen.
Ich habe mich fĂŒr ein Mountainbike-Klicksystem entschieden, also nicht fĂŒr das typische Rennradsystem, da man beim Mountainbikepedal auf der anderen Seite eine normale FlĂ€che hat (seht ihr im rechten Bild), sodass ich an der Ampel beispielsweise nicht erst auf beiden Seiten in die Pedale einknicken muss um loszufahren, sondern auch mal einige Meter auf der normalen AuflageflĂ€che fahren kann. So kann ich mich gerade als AnfĂ€nger mehr auf den Verkehr konzentrieren, als damit beschĂ€ftigt zu sein in die Pedale zu klicken. Außerdem kommt man auch einfacher aus den Pedalen raus und vermeidet so unnötige StĂŒrze an Kreuzungen (ist meinem Freund nĂ€mlich direkt bei der ersten Tour passiert – er hat die typischen Klickpedale fĂŒr das Rennrad). Ich hab aber absolut keine Probleme mit dem Ein- und Ausklicken, eben weil ich mich fĂŒr dieses System entschieden habe. Wenn ich mich wirklich sicher fĂŒhle, dann werde ich auch auf das reine Klimasystem umsteigen – aber so bin ich fĂŒr den Anfang sehr happy damit.

Erstausstattung, was braucht man?
Ganz klar neben den Pedalen und den entsprechenden Schuhen: einen Helm!!! Bitte fahrt nicht ohne Helm Fahrrad – es ist einfach viel zu gefĂ€hrlich und eure Mitmenschen hĂ€tten sicherlich gerne noch etwas lĂ€nger etwas von euch.
Außerdem: eine gute Rennradhose. Und damit meine ich keine 20€ Hose vom Discounter die einfach eng anliegt und keine Hotpants ist, sondern eine wirklich gute Radhose mit Polstern am Poppes. Und auch hier mĂŒsst ihr fĂŒr eine gute Hose etwas tiefer in die Tasche greifen denn QualitĂ€t hat seinen Preis. Das merkt ihr spĂ€testens dann wenn ihr zum ersten Mal eine lĂ€ngere Tour fahrt und ihr schon wĂ€hrend der Tour nur noch an euren Hintern denken könnt und am Tag drauf eigentlich gar nicht mehr sitzen könnt. Wir sind an diesem Wochenende insgesamt ĂŒber 160km gefahren und ich merke an meinem Popo nichts. Also wirklich rein gar nichts. Und genau dann ist eine Radhose gut. Ich habe diese hier und bin unfassbar zufrieden damit: https://www.craft-sports.de/Damen/Hosen-Shorts/Radhosen/CRAFT-Rise-Shorts-W-1906078-999000.html (Werbung)

Ansonsten sind natĂŒrlich generell Radklamotten von Vorteil. Ihr seht auf dem Foto, dass ich meine normalen Laufsachen anhabe, die am RĂŒcken nicht verlĂ€ngert sind weshalb sie den RĂŒcken nicht vernĂŒnftig abschließen. Außerdem haben Radtrikots Taschen am RĂŒcken wo man problemlos das Handy, etwas Geld, TaschentĂŒcher und co. verstauen kann.

Ansonsten benötigt man noch etwas Kleinkram. Eine kleine Fahrradtasche die sich unter dem Sitz anbringen lĂ€sst und möglichst leicht ist (denn man möchte ja nicht noch unnötiges Gewicht an ein extra leichtes Rad anbringen). In diese Tasche kommen ein paar sehr wichtige Dinge, die – wenn man irgendwo in der Pampa steckt – sehr entscheidend sein können. Dazu gehört als erstes ein Ersatzschlauch. Dann zwei Mantelheber, damit ihr den Schlauch auch wechseln könnt. Außerdem eine kleine Luftpumpe – oder so wie wir haben CO2 Kartuschen plus Pumpe. Außerdem Trinkflaschenhalter sowie Trinkflasche. Ein gutes Kettenöl ist dazu noch wichtig, denn wenn die Kette schlecht oder gar nicht geölt ist macht man sich das Bike schneller kaputt als man gucken kann.

Und da sind wir auch schon bei der wichtigsten Frage: was hat das alles in Summe gekostet?
Fahrrad 2399€. Helm 100€. Schuhe 110€. Pedale 50€. Zubehör: insgesamt 120€. Radhose: 60€.
Das ganze Drumherum schlĂ€gt also mit fast 500€ auch noch mal gut zu und das darf man keinesfalls vergessen, wenn man mit der Investition in ein Rennrad liebĂ€ugelt – denn nur mit dem Rennrad ist es wie gesagt nicht getan.

Kommen wir noch zu ein paar anderen Fragen die sich mehr um das drumherum beziehen:

Wie fĂŒhlt man sich nach 100km Radfahren? Gut 😁 Wir waren etwas verrĂŒckt und haben direkt als zweite richtige Tour 100km gemacht, obwohl wir am Tag davor schon eine 60km Tour geradelt sind. Ich muss sagen, dass ich erwartet hatte am Tag drauf von der HĂŒfte abwĂ€rts tot zu sein – aber ich hatte bis auf einen mĂŒden Körper am Abend nach der Tour wirklich nichts. Keinen schmerzenden Hintern, keinen Muskelkater, keine mĂŒden Beine. Also alles tiptop!

Wo wir auch direkt zur nÀchsten Frage komme: Tut dir nach so einer Tour nicht der Hintern weh? Wie hÀlt du das auf dem Sattel so lange aus?
Radhose, Radhose, Radhose!!!!! Wenn man eine wirklich gute Hose hat, dann schmerzt auch nicht der Hintern. Ohne Radhose wĂŒrde ich keine 10km fahren 😅

Hast du Schmerzen in deinem RĂŒcken beim Rennradfahren? Nein! Wenn das Rennrad richtig eingestellt ist, dann sollte man keine Probleme beim Fahren haben. Klar hab ich nach 100km Radtour irgendwann leicht meinen RĂŒcken gemerkt, aber das liegt nur daran, dass mein Körper diese Position noch nicht gewohnt ist. Am Tag drauf hab ich davon nichts mehr gespĂŒrt.

FĂ€hrt man mit dem Rennrad schneller als mit dem normalen Fahrrad? Na klar. Mein Rennrad wiegt jetzt in Summe (ohne Trinken und Werkzeug) knappe 7,5kg und natĂŒrlich ist man damit wesentlich schneller unterwegs als mit einem 15-25kg Citybike. Außerdem sind die RennrĂ€der ganz anders gebaut als ein typisches Cityrad und darauf ausgelegt schnell zu fahren und weite Strecken zurĂŒckzulegen. Mit einem Cityrad wĂŒrde ich NIEMALS 100km am StĂŒck fahren und niemals wĂŒrde man das in 3 1/2 Stunden schaffen. Mit dem Rennrad fĂ€hrt man (wenn man kein Profi ist) zwischen 25 und 30km/h. Das könnt ihr ja gerne mal auf 100km versuchen – dann spendier ich euch ne Kiste Bier! 😎

BehĂ€ltst du dein altes Fahrrad? Klares JA! Ich hab noch ein normales Citybike mit dem ich zum Crossfit fahre, zu Freunden oder in die Stadt. Niemals wĂŒrde ich mein 3000€ Fahrrad mit in die Stadt nehmen – das wĂ€re schneller weg als ich bis 3 zĂ€hlen kann. Außerdem kann ich an mein 7kg Fahrrad kein 3kg Faltschloss anbringen. Dann ist’s kein Rennrad mehr 😂 Außerdem macht es auch keinen Spaß in der Stadt damit zu fahren, da die dĂŒnnen Reifen in jeder Straßenbahnschiene und in jedem Kopfsteinpflaster hĂ€ngen bleiben wĂŒrden.

Wie plant ihr eure Strecke? Fahrt ihr einfach drauf los? Nein – ich glaub das wĂ€re auch einfach etwas irre, weil man dann zum einen kreuz und quer durch die Weltgeschichte fĂ€hrt und am Ende am A**** der Heide ist und wieder zurĂŒck muss (ungĂŒnstig wenn man sich körperlich nur auf 50km eingestellt hat und nach 70km immer noch 50km Heimweg hat). Zum anderen wĂŒrde das die totale Fahrfreude nehmen wenn man an jeder Kreuzung ĂŒberlegen muss wo man lang fĂ€hrt. Wir haben beide eine gute Sportuhr von Garmin (beide die Fenix 6, Werbung) mit der wir uns Routen vorher raussuchen können und diese auf unsere Uhr ziehen können und die Uhr uns dann die gesamte Strecke navigiert. Ist nicht optimal am Handgelenk und wir suchen noch einen guten Radcomputer den wir am Lenkrad befestigen können, aber so reicht es erstmal. Die Strecken suchen wir vorher entweder in der Garmin App raus oder bei Strava. Zuerst ĂŒberlegen wir uns wie viele Kilometer wir anpeilen und in welche Richtung es gehen soll (Norden, SĂŒden, Osten, Westen) und dann spuckt uns die jeweilige App ein paar Routen als VorschlĂ€ge aus. Das ist wirklich sehr praktisch und kann ich nur empfehlen.

Ich hoffe ich konnte euch so einen groben Überblick ĂŒber mein Rennrad geben – wieso genau dieses Rennrad, welches Zubehör, wie es meinem Hintern nach einer großen Tour geht usw. Ich bin sehr glĂŒcklich mit der Entscheidung mir ein Rennrad gekauft zu haben und freue mich schon auf viele lange Touren im Sommer đŸ˜Šâ˜€ïžđŸšŽâ€â™€ïž

4 comments
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Janina 08/06/2020 - 11:44

Wollte nur nochmal hinzufĂŒgen, dass es absolut keine SelbstverstĂ€ndlichkeit ist, nach so vielen Kilometern schmerzfrei zu sein! Ich selbst fahre auf einem gefitteten Rennrad, habe eine 160 Euro teure, sehr gut sitzende Markenhose und teste trotzdem seit Monaten SĂ€ttel, weil ich noch keinen gefunden habe, der mal wenigstens 50km fĂŒr einen schmerzfreien Po sorgte…von daher super, dass es bei dir direkt so gut passt, Nina und an die anderen hier, nicht aufgeben, wenn es bei euch auch nicht so rund lĂ€uft. Gerade das Sattelthema ist schwierig und jeder Po ist anders..
Generell kann ich euch zu dem Thema noch die Rennradfrauen-Gruppen bei Facebook ans Herz legen 🙂
Viele GrĂŒĂŸe 🙂

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ninamarleen 08/06/2020 - 12:04

Da hast du natĂŒrlich vollkommen recht – ich muss ja auch dazu sagen, dass ich generell körperlich fit bin und mir natĂŒrlich 100km auf dem Fahrrad ganz anders zusetzen als jemandem der deutlich unsportlicher ist. Aber wir fangen alle irgendwo mal bei Null an 🙂
Und: ich hab vielleicht auch wirklich einfach eine gute Kombi aus Sattel und Hose – ich wollte in meinem Beitrag eigentlich nur klar machen, dass eine 20€ Radhose von H&M eben nicht die Radhose ist in die man investieren sollte, sondern eine gute Radhose wirklich extrem viel ausmacht! Viele denken „okay Radhose – das sind einfach enge kurze Hosen“ aber das ist es eben nicht..

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Linda 08/06/2020 - 19:26

Sehr interessanter Post đŸ™‹đŸŒâ€â™€ïž Ich habe mich letztes Jahr in Urlaub an Mountain-Biking versucht und war total begeistert davon. Rennrad fahren steht noch auf meiner to-do Liste, wenn’s soweit ist, werde ich mir deinen Blogeintrag nochmal zu Herzen nehmen und erneut und ganz ausfĂŒhrlich lesen. 😊

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Melanie 23/06/2020 - 10:36

Toller Beitrag! Fahre selber seit knapp 7 Jahren Rennrad und nachdem ich anfangs ein Gebrauchtes hatte, habe ich mir im Mai mein Traumrennrad (habe mich fĂŒr die Marke Storck entschieden) gegönnt. Seitdem bin ich noch aktiver und motivierter dabei. Hoffen wir mal auf einen langen, warmen, sonnigen Sommer mit vielen Gelegenheiten zum Rennradfahren 🙂 Viel Spaß weiterhin.

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