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Wandern in Tirol – Achensee

by ninamarleen
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Ich kannte die Berge bisher nur aus dem Winter vom Skifahren und habe mich daher ganz besonders auf diese paar Tage Auszeit letzte Woche gefreut ⛰️💚 Die Fragen zu den Wanderungen haben sich fast überschlagen auf Instagram, also gibt’s dazu nun einen Blogpost! Dass ich als richtige Norddeutsche aus Bremen mal einen Beitrag zum Wandern und zu den Bergen verfasse hätte ich vor 5 Jahren auch niemals gedacht, denn (das wissen viele gar nicht von mir): ich fand Berge als Teenie und junger Erwachsener echt furchtbar. Also wirklich furchtbar – das ist nicht untertrieben. Als ich 2009 angefangen habe zu studieren landete ich zuerst in Osnabrück bevor ich nach Bremen gewechselt bin. Als ich das erste Mal mit meinem Papa nach Osnabrück gefahren bin, um nach einer Wohnung zu suchen war ich wirklich unglücklich. Wiehengebirge, Teutoburger Wald – alles keine richtigen Berge – und trotzdem fand ich das schon grauenvoll. Ich habe plattes Land geliebt. Aber wie sagt man so schön? Alle 7 Jahre ändert der Mensch seine Persönlichkeit und bei mir hat sich das auf jeden Fall radikal geändert, denn inzwischen liebe ich die Berge!

Wanderung Bärenkopf:

Unsere erste Wanderung führte uns auf den Bärenkopf am Achensee. Recht planlos haben wir uns früh morgens ins Auto geschwungen und sind vom Hotel im Zillertal nach Maurach am Achensee gefahren – das waren ca. 20km. Die sollte man schon mit dem Auto bewältigen, wenn man wirklich noch danach bis auf den Gipfel wandern möchte, denn die Strecke mit dem Fahrrad ist schon gut anstrengend (500Höhenmeter). Wir haben auf der Strecke hoch schon einige Fahrradfahrer gesehen, die liebevoll das Fahrrad geschoben haben da sie kein E-Bike hatten.
Wie wir halt so sind haben wir uns natürlich auch vorher keinen Wanderweg rausgesucht, sondern sind einfach drauflos – „Achensee“ ins Navi eingetippt, irgendwas werden wir schon finden. Wir haben das Auto dann an einem Waldrand geparkt (Lächenwiese), an dem ein Schild stand „Weißenbachalm 2 Stunden“. Getreu dem Motto „da oben gibt es dann hoffentlich Käsespätzle“ haben wir unsere Uhr angeschmissen, mit der wir Gott sei Dank Wanderungen tracken können und die uns am Ende wieder zum Auto zurückführt und sind los gegangen. Direkt nach den ersten 100m hat uns erstmal ein schöner Regenschauer erwischt. 😅🌧️

Bis zu Weißenbachalm sind es knappe 6km pro Strecke, die durch wunderschöne Natur führt und ca. 700 Höhenmeter enthält. Der Schwierigkeitsgrad der Wanderroute wurde als „mittelschwierig angegeben“ – was jedoch allein an der Steigung liegt und nicht an der Beschaffenheit des Untergrundes. Man hat bis zur Alm einen breiten Wanderweg, der jedoch aus vielen Steinen und Schotter besteht, weshalb auch hier gute Schuhe schon wirklich wichtig sind. Mit 0-8-15 Sportschuhen hätte diese Wanderung sicherlich deutlich weniger Spaß gemacht. Während der Wanderung kommt man an vielen schönen Bergflüssen vorbei mit kristallklarem Wasser, die gerade dazu einladen die Trinkflasche aufzufüllen. Das Weißenbachtal ist wirklich traumhaft schön und wir haben auf der ganzen Wanderung bis zur Alm keine Menschenseele getroffen. Dafür jede Menge Tiere von Kühen, Steinböcken (die sehr scheu sind, keine Angst) bis hin zu kleinen Schlangen.

An der Alm angekommen erwartet einen auch schon ein wundervoller Ausblick ins Tal. Eigentlich war unser Plan nur bis hier zu wandern, etwas zu essen und dann zurück ins Tal, aber auf einem kleinen Schild stand „Bärenkopf 1h“ und wir da wir die Wanderung zur Alm schon deutlich schneller geschafft hatten als angegeben und wir gerne noch einen Ausblick auf den Achensee geworfen hätten, sind wir direkt weitermarschiert. Wer bis hierhin ohne Wanderschuhe gewandert ist sollte hier auch aufhören. Denn ab hier wird der Aufstieg wirklich sehr anstrengend und sehr schwer und mit normalen Schuhen gerät man hier ganz schnell an die Grenzen und es kann durchaus auch gefährlich werden, wenn man keinen sicheren Tritt hat und kein starkes Profil. Insbesondere an einigen nassen Stellen (und wir wurden mehrfach von kleinen Schauern erwischt) dann verwandelt sich der Weg zu einer reinen Rutschpartie und wir haben einige Wanderer getroffen, die dort mit normalen Sportschuhen hoch sind und die zum Teil wirklich verzweifelt sind, sich verletzt haben und auch aus Verzweiflung ein paar Tränen gekullert sind. Also: WANDERSCHUHE!

Wer den Aufstieg aber mit dem richtigen Schuhwerk wagt, der wird mit wunderschöner Natur und einem unglaublichen Ausblick belohnt. Der Aufstieg sind noch mal knappe 2km und auch körperlich nicht zu unterschätzen. Mit der Sonne im Nacken bin ich schon gut ins Schwitzen gekommen und ich wage mal von mir zu behaupten, dass ich nicht gerade unsportlich bin. Insgesamt sind es knappe 8km vom Tal bis zum Gipfel mit insgesamt 1200 Höhenmetern. Nichts desto trotz ist dies keine super schwierige Wanderung und mit etwas körperlicher Fitness und den richtigen Schuhen eine tolle Wanderung.

Pünktlich als wir oben angekommen sind hat es sich natürlich komplett zugezogen und es hat angefangen wie aus Eimern zu schütten. Also Füße in die Hände und zurück zur Alm. Ich bin froh, dass wir wirklich festes Schuhwerk hatten und eine gute Regenjacke, weil wir wirklich komplett nass an der Alm angekommen sind. Da schmeckte dann natürlich die Käsespätzle und das Radler doppelt so gut. Wenn ihr mal in Österreich seid – probiert sowohl die Käsespätzle als auch naturtrübes Radler! Die Sporeralm wird von einer ganz herzlichen älteren Dame geführt, die die beste Käsespätzle gezaubert hat, die ich jemals gegessen habe.
Danach ging es dann für uns nur noch zügig zurück zum Auto – insgesamt waren wir 4 1/2 Stunden unterwegs und haben 16,5km zurückgelegt. Wirklich eine absolut traumhafte Wanderung, bis zur Alm sind wir niemandem begegneten und auch sonst war es recht leer am Gipfel.

Achensee:

Da wir am Tag zuvor auf den Bärenkopf gewandert sind und wirklich verzaubert waren vom Ausblick auf den Achensee wollten wir uns natürlich diesen See aus noch mal von Nahem ansehen. Außerdem stand auf meiner Bucket-Liste „einmal in einem Bergsee schwimmen“ und das bot sich bei 27 Grad und Sonne pur natürlich optimal an. Ich bin immer wieder völlig geflashed von den wunderschönen Aufnahmen von Bergseen die man auf Instagram zu sehen bekommt und hätte so eine tolle Natur wahnsinnig gerne direkt vor der Haustür. Natürlich ist auf Instagram vieles immer mehr Schein als Sein – ich kann aber bestätigen: es ist wirklich genauso wunderschön wie auf den Fotos, wenn nicht sogar noch schöner und das Wasser ist wirklich so türkis wie es auf den Fotos immer wirkt. Atemberaubend!

So richtig viele Tipps kann ich euch zum Achensee gar nicht genau geben, da wir auch hier einfach spontan mit dem Auto losgefahren sind, Badesachen hinten rein und go! Am Achensee haben wir uns einfach einen Parkplatz gesucht (da gibt es wirklich genügend von – aber denkt an Kleingeld, denn auch dort sind die Politessen nicht weit und dann kann das richtig teuer werden) und sind in den See gehüpft. Das geht eigentlich fast überall – man darf natürlich keinen Sandstrand erwarten wie am Mittelmeer, aber um sich kurz mal abzukühlen und die wunderschöne Natur zu genießen reicht es allemal. Die Umgehungsstraße führt fast einmal ganz um den See und man findet immer ein schönes Plätzchen.

Panoramastraße Zillertal:

Am letzten Tag haben wir uns dann noch mal aufgemacht und sind die Panoramastraße im Zillertal, auch Höhenstraße genannt, entlanggefahren. Die Straße hat eine Länge von 50km und führt auf bis zu 2000m Höhe und bietet eine unfassbar tolle Aussicht auf die Alpen im Zillertal. Die Maut kostet 8€ pro PKW. Man muss schon etwas nervenstark sein, denn die Kurven bis zur Panoramastraße sind nicht ohne 😅

Der Ausblick lohnt sich aber wirklich allemal und auch hier sieht man wieder wundervolle Natur und viele Tiere. Außerdem überquert man mehrfach die Skipiste des Zillertals und das mal im Sommer gesehen zu haben ist schon ganz interessant.

Natürlich hätte man dort auch eine wunderschöne Wanderung unternehmen können, aber ich muss ehrlich gestehen: von unserer Wanderung zwei Tage zuvor hatten wir beide solchen Muskelkater, dass wir nicht weit gekommen wären 🙈 wir sind dann eben doch Flachlandtiroler und sind Höhenmeter, Wandern und co. nicht gewohnt. Dafür war die Panoramastraße wirklich eine tolle Alternative, um noch mal einen wunderschönen Blick über die Berge zu bekommen und etwas Natur aufzusaugen. Man kann an vielen Stellen das Auto kurz abstellen und uns hat es wirklich sehr gefallen. Wir haben für die 50km Höhenstraße knappe 2 Stunden gebraucht und so lohnt sich das dann schon.

Die Berge haben mich wirklich noch mal absolut neu verzaubert und sind im Sommer eine komplett andere Welt als im Winter und jeder sollte den Bergen einmal eine Chance geben. Wie gesagt – ich fand Berge ganz furchtbar – und bin inzwischen total verliebt in die Berge. 🤩

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5 Kommentare

anika188 06/07/2020 - 13:29

Danke für diesen tollen & ausführlichen Bericht, liebe Nina! Die Bilder sind einfach traumhaft und meine Vorfreude auf den Urlaub am Achensee wird dadurch nochmal größer 😍 liebe Grüße aus Österreich, Anita

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Sophia 06/07/2020 - 16:37

Liebe Nina,
deine Reiseberichte sind so so schön geschrieben und machen einfach Lust auf mehr. Darum haben mein Freund und ich auch gleich unseren Sommerurlaub im Hotel Held gebucht. Wir freuen uns schon wahnsinnig auf die Zeit dort. 😊
Danke, dass du deine Erlebnisse hier teilst.

Liebe Grüße von der Ostsee

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Anna 10/07/2020 - 05:23

Sooo schöne Bilder und ein toller Bericht. Da bekommt man gleich Lust die Wanderschuhe einzupacken und loszugehen 😍

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Michaela 14/07/2020 - 08:44

wow, so schöne Fotos! ich wollte heuer auch am Achensee Urlaub machen, hat sich aber dann doch anders ergeben – vielleicht nächstes Jahr!

Als Österreicherin wollte ich dich gerade korrigieren und sagen, dass es „der Radler“ heißt, aber offensichtlich sagt ihr in Deutschland tatsächlich „das Radler“? 🙂 Wieder was dazugelernt!

Liebe Grüße
Michaela

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ninamarleen 03/08/2020 - 20:55

Ja wir sagen tatsächlich das Radler 😀

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